Michael Wudonig (K+S): Wie Corporate Influencer das Company-Profil stärken
Michael Wudonig ist Unternehmenssprecher und Head of Social Media bei K+S – und einer der Treiber hinter dem Botschafterprogramm #kplusUs / #faszinationbergbau, das K+S seit dem Kick-off 2023 systematisch ausgebaut hat. Er verbindet Corporate Communications, Employer Branding und Community-Mechanik (u. a. mit dem LinkedIn-Newsletter „K+S Botschafter News“), um zu zeigen, wie Company Page und persönliche Profile gemeinsam Wirkung und Vertrauen skalieren. Heute spricht er mit uns darüber, wie man dieses Zusammenspiel intern verkauft, operativ steuert – und wo die Grenze zwischen Reichweite, Governance und Risiko verläuft.
Links aus der Episode:
Michael Wudonig auf LinkedIn https://www.linkedin.com/in/michael-wudonig/
Winfried Ebner auf LinkedIn https://www.linkedin.com/in/winfried-ebner/
Wann sprachen wir über was (mit Sprungmarken):
- (00:00:00) Worum geht es in dieser Episode?
- (00:00:57) Wie ist das Corporate-Influencer-Programm gestartet und gewachsen?
- (00:03:08) Warum sind Awards so wertvoll für Rückenwind nach innen und außen?
- (00:06:29) Wie baust du eine Community auf, die intern Vernetzung und Lernen schafft?
- (00:09:17) Wie gibst du Kontrolle ab, ohne Orientierung und Sicherheit zu verlieren?
- (00:12:21) Wie macht ihr als B2B-Unternehmen Themen wie Salz und Bergbau relevant?
- (00:16:12) Wie nutzt ihr Transparenz, Newsletter und LinkedIn für PR-Effekte?
- (00:18:53) Wie gehst du mit interner Kritik und Widerständen im Betrieb um?
- (00:23:17) Wie spielt ihr Botschafter-Content sinnvoll über die Company Page aus?
- (00:29:47) Wie misst und argumentierst du Wirkung jenseits von Vanity-KPIs?
Die fünf wichtigsten Erkenntnisse für Corporate Influencer Programme
- Pilotieren statt Perfektionismus: Start mit 15 Freiwilligen als Test über ein Jahr – frühe Erfolge führten zur Skalierung auf 37 Botschafter:innen. → Iteratives Vorgehen schafft Akzeptanz.
- Interne Netzwerk-Effekte sind größer als erwartet: Silos werden abgebaut, interne Vernetzung entsteht durch Community-Formate und regelmäßige Betreuung.
- Kontrolle loslassen, Rahmen geben: Keine Themenvorgaben, aber klare Leitplanken und Sensibilisierung für kritische Themen. Freiheit erzeugt Motivation und Qualität.
- Programm + Company Page systematisch verzahnen: Botschafter-Content wird 1–2x pro Woche über das Unternehmensprofil ausgespielt – mit klarer Attribution. Synergie statt Konkurrenz.
- Transparenz und aktive Vermarktung des Programms sind Erfolgsfaktoren: Newsletter, Meta-Posts, Offenheit über „dunkle Seiten“ erhöhen Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit – auch in klassischen Medien.
Die drei größten Wins / positiven Effekte
- Massive Reichweitensteigerung gegenüber der Company Page: 3 Mio. Impressionen über Botschafter vs. 1,7 Mio. über das Unternehmensprofil in 12 Monaten.
- Stärkere Reputation & Public-Affairs-Effekte: Schnellere Termine bei politischen Entscheidungsträgern durch erhöhte Sichtbarkeit auf LinkedIn.
- Karriere- und Motivationsschub für Botschafter:innen: Mehr Selbstvertrauen, interne Anerkennung, Stolz – besonders verstärkt durch externe Awards.
Drei Gefahren oder Risiken
- Interner Gegenwind & Neid: Kritik aus Belegschaft („Wir arbeiten, ihr postet“) und teils fehlende Unterstützung im mittleren Management.
- Kontrollverlust aus Sicht der Kommunikation: Viele sprechen über das Unternehmen – ohne enge Steuerung. Erfordert Vertrauen und klare Rahmenbedingungen.
- Redundanz-Vorwurf beim Content: Wiederholte Themen auf Profilen und Company Page können intern als „schon gesehen“ wahrgenommen werden.
Drei typische Fehler, die man vermeiden sollte
- Corporate Influencer nur als HR- oder Spaßprojekt positionieren: Fehlende strategische Verankerung schwächt Standing und Wirkung.
- Keine aktive Aufklärung im Unternehmen betreiben: Wer Nutzen und Ziele nicht erklärt, produziert Widerstand.
- Programmverantwortliche ohne eigene Social-Media-Präsenz: Fehlende Vorbildfunktion untergräbt Glaubwürdigkeit.
Fünf Kern-Zitate von Michael Wudonig
„Corporate Influencer sind für mich ein absolut fester Bestandteil von Unternehmenskommunikation.“ (11:43–12:10)
„Du musst bereit sein, Kontrolle aufzugeben, weil plötzlich viele über das Unternehmen sprechen.“ (11:43–11:58)
„Deine Mitarbeiter sind die besten Botschafter – und das zeigt sich bei so einem Programm.“ (12:30–12:58)
„Wir hatten mit allen Corporate Influencer Profilen zusammen über drei Millionen Impressionen – das Firmenprofil 1,7 Millionen.“ (32:15–33:00)
„Seid selbst aktiv auf LinkedIn. Wie soll ich meine Botschafter animieren, wenn ich es selbst nicht mache?“ (36:31–37:00)



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